Die geologischen Besonderheiten und die Vegetation des Wehrer Kessels


Die Sauerwiesen im Wehrer Kessel 1970

Lage

3 km nordwestlich vom Laacher See liegt der „Wehrer Kessel“. Man erreicht ihn, wenn man entweder von Niederzissen nach Wehr oder von Glees Richtung Wehr fährt und vorher rechts abbiegt. Auf der B 412 von Kempenich kommend erreicht man nach einer Abzweigung nach links auf der L114 über Wehr Richtung Glees den „Kesselweg“ mit seinen geologischen Besonderheiten, dem „Kaltwassergeysir“ und den „Sauerquellen“ und den botanischen Besonderheiten im Nordosten.

Morphologie (Oberflächenformen)

Der an der Oberkante 2 km lange und 1,7 km breite "Wehrer Kessel" liegt in seiner Maximalausdehnung quer zum Streichen des Rheinischen Schiefergebirges, also SO-NW. Sein Einzugsgebiet wird oberflächlich durch den Wirrbach entwässert, der sich unterhalb der „Welschwiesenmühle" in einem Kerbtal tief eingeschnitten hat und in Niederzissen in den Brohlbach mündet.

Der Kesselrand ist im Osten steil und geschlossen ohne Seitental. Nur an der Gleeser Straße befindet sich eine kleine Einsattelung. Im Süden mündet ein kleines, bachbettloses Tal, auf dessen Schuttkegel Wehr liegt. Im Südwesten zieht vom Beller Wald ein Trockental hinab, im Westen vom Meirother Kopf (516 m über NN) zwischen  Difelderstein (Tiefenstein) und Steinberger Hof je ein wasserreiches Wiesental.

Der tiefste Punkt des nahezu 670 Morgen großen Kessels liegt im Bereich der Kohlensäurequellen,den sog. Sauerquellen, nahe am Nordostrand des flachwelligen Kesselbodens in 279 m ü. NN, die industriell genutzt werden. Die durch die Kohlensäurequellen abgeschiedenen Eisenhydroxide wurden ehemals an der Welschwiesenmühle abgebaut und sind noch heute sichtbar. Die hier vorhandenen Tone und ehemals ein Niedermoor lassen die Vermutung zu, dass hier früher einmal ein Weiher oder See gewesen ist, der dann durch Abzugsgräben im Rahmen einer Entwässerung zwecks Gewinnung von Ackerland leergelaufen ist. Der Ton hat es aber verhindert, dass eine vollständige Entgasung des Kohlendioxids (fälschlich „Kohlensäure“)  aus dem Erdinneren stattgefunden hat.

 Geologie (Gesteinsuntergrund):


Geologische Karte des Wehrer Kessels

Forschungsgeschichte

Die Erforschung der Laacher Vulkane erfolgte zunächst nur durch stratigraphische (d.h. schichtenkundliche) Untersuchungen, wie sie z.B. der Geologe W. Ahrens in seiner „Geologischen Karte“ von Preußen Blatt Burgbrohl vorgenommen hatte. Die petrographischen (gesteinsmäßigen)  Bestimmungen (Chem.Zusammensetzung und Mineralbestand) wurden vor allem durch die Petrologen  R. Brauns und J. Frechen in Zusammenarbeit mit Laboratorien in Darmstadt und Hamburg durchgeführt.

Weitere Forschungsergebnisse  lieferten die Geologen Prof. W. Meyer vom Geologischen Institut der Universität Bonn und Prof. H-U. Schminke mit seinen Mitarbeitern von der Universität Bochum. Aber erst die zahlreichen CO2-Bohrungen im „Wehrer Kessel“ zwischen den Jahren 1966 und 1998 brachten weitere Klarheit. Hier sind vor allem die Arbeiten K.Shamsabadis und Prof. Wörners zu nennen, die Geologiedirektor Dr.K-E.Heyl im beiliegenden Beitrag zusammengefasst hat.

Die ältesten Vulkane


Blockdiagramm Prof. Dr. W. Meyer

Der „Wehrer Kessel“ ist in das  Unterdevon eingesprengt, das mit Ausnahme der Ostseite, die von Tuffmassen bedeckt wird, rundherum ansteht. Die Straße von der B412  über die L114 nach Wehr führt zwischen zwei großen Basaltschlackenvulkanen aus dem Altquartär hindurch; der südliche ist der  Difelderstein (Tiefenstein) und der nördliche der Meirother Kopf. Beide sitzen dem Devon auf und werden durch das vorerwähnte Tälchen getrennt. Der Geologe Professor Dr. Meyer geht von zwei selbständigen Vulkanen aus. Das Alter des Meirother Kopfes beträgt 420.000+-30.000 Jahre (Fuhrmann & Lippolt, 1986). Der Tiefenstein ist jünger Beide sind seit dem 23.9.1986 ein Naturschutzgebiet von 98,0 ha Größe.

Der Meirother Kopf besteht hauptsächtlich aus Lava (Leuzit), die fast bis zum Steinberger Hof in Blöcken und Felsen ansteht. Der gesamte  Osthang ist zudem von Blöcken und Tuffen bedeckt. Am Difelderstein oder Tiefenstein sieht man vor allem Schweißschlackenfelsen und Tuff. Sie sind gut verfestigt und enthalten Mineralien wie Augit, Glimmer und devonische Schieferbrocken. Es wechseln weiße und braune Tuffbänder. Sie sind wahrscheinlich älter als die Schlacken und Lavamassen. Der alkalibasaltische  Schlackenkegel „Dachsbusch“ an der Ostseite des „Wehrer Kessels“ ist dagegen ohne Lavastrom. Das Innere des beim Bau der Autobahn A 61 zerstörten „Dachbuschs“ war an seiner Westseite aufgeschlossen. Dieser Vulkan besteht aus blasigen, porösen braunen und schwarzen Schlacken und „Bomben“. Sie enthalten die Mineralien Augit, Olivin und Sanidin sowie Fremdgesteine (sog. Xenolithe), wie z.B. Schieferbrocken und rotgebrannten Ton als Zeichen durchbrochener Tonschichten. Der benachbarte Hüttenberg ist sicher ähnlich aufgebaut. Beide Vulkane werden von Tuff und Bims bedeckt. „An der Westseite des Dachsbuschs ist durch einen künstlichen Einschnitt in die Tuffschichten eine riesige Gleitfalte erschlossen worden. Sie ist nicht nur ein vulkanologisches, sondern auch ein klimageschichtliches Denkmal von großer Bedeutung“ (Prof. Meyer) und steht unter Naturschutz. „Sie dürfte dadurch entstanden sein, dass während der letzten Kaltzeit („Würm“-Eiszeit) über dauernd gefrorenem Boden („Permafrost“) die obersten Tuffschichten bergabrutschten. Darüber liegt Löß (feiner Staub), darüber dann Bims, der dem“ Wehrer Kessel“ entstammt“ (Prof. Meyer).


Die sogenannte Gleitfalte am Dachsbusch

Der „Wehrer Kessel“ – eine Caldera

Die Ansicht des bekannten Geologen W. Ahrens (Verfasser der Geologischen Karte „Burgbrohl“), der „Wehrer Kessel" sei wie der Laacher See vulkanotektonischen Ursprungs und durch vulkanische Tätigkeit in das unterdevonische Gestein eingesprengt worden, wobei eine voraufgegangene oder nachträglich erfolgte Absenkung des Kessels im Zusammenhang mit dem Einbruch des Neuwieder Beckens bestanden habe, ist nicht ganz falsch, wird aber durch neuere Forschungen konkretisiert.

Dass der „Wehrer Kessel“ als Trockenmaar bezeichnet wird, erscheint fraglich. Maare sind nämlich Sprengtrichter im nichtvulkanischen Gestein, ausgelöst durch den Kontakt des Erdinneren („Magma“) mit Grundwasser (s. „Dauner Maare“). Bei der Entstehung des  Kessels war der Vulkanismus ja schon existent. Auch der Laacher See ist kein Maar!

„Die Entstehung dieses Kessels ist komplex, aber vermutlich vor allem durch Einbruch im Gefolge der Eruption gewaltiger Massen von Asche und Bims zu erklären, dem sogenannten Hüttenberg-Tuff“, so der Geologieprofessor H.-U. Schminke.

In seinem „Geologischen Führer zum Geopfad Vulkanpark Brohltal/Laacher-Seet“ schreibt der Geologe Prof. Dr. W. Meyer: „Wenn durch den raschen Ausstoß von Gasen vulkanische Herde entleert werden, bricht das Herddach in großen kreisförmigen oder elliptischen Kesseln ein (s. Laacher See, Verf.). Solche vulkanische Einbruchsbecken nennt man Calderen (spanisch: caldera = Kessel. Der „Wehrer Kessel“ stellt eine solche Caldera dar“.

Begründung

Durch Schlote, die am Ostrand des heutigen Kessels liegen, wurden über einen langen Zeitraum große Mengen von phonolitischem und trachytischem Bims ausgeworfen in Form von phreatomagmatischen und plinianischen Eruptionen (s. Vesuv).

Zuerst ist nach Norden und Osten der rötliche Hüttenberg-Bims (Alter 213.000+-4000 Jahre) ausgeworfen worden, der am Hüttenberg und in der Umgebung der „Autobahnraststätte Brohltal“ eine Decke bildet. (Der Name „Hüttenberg“ weist darauf hin, dass hier ehemals Erze abgebaut und verhüttet wurden.) “Vom Hüttenberg zieht in einem Tälchen ein gelblicher verfestigter Schuttstrom nach Niederzissen hinunter. Er enthält die gleichen Bestandteile wie der Hüttenberg-Bims. Es handelt sich hier um einen Schlammstrom und dürfte bei starken Regenfällen mit Löß vermischt bei oder bald nach der Eruption hinabgeflossen sein. Man nennt diese Schlammströme nach einem indonesischen Wort „Lahar“, so Prof. Meyer.

Ferner sind trachytische Tuffe nach Osten ausgestoßen worden, sog. „Gleeser Bims“. Er bildet zwischen Wehr, Glees und dem Brohtal eine Decke, ist aber auch in noch am Rhein und an der Ahr in Terrassenschottern eingeschaltet. Ferner auch in der Tongrube Kärlich. Dadurch lässt sich ihr Alter bestimmen. Sie dürften vor etwa 150 000 Jahren gefördert worden sei (v.d. Bogaard & Schminke. Gruben bzw. Aufschlüsse findet man an der Straße hinter Glees in Richtung Laacher See.

Prof. Meyer: „Wann innerhalb der Bimseruptionen der Wehrer Kessel einbrach ergibt sich aus der Tatsache, dass Gleeser Bims bis meterhohe Blöcke von Palagonittuff enthält, was auf die Existenz eines Sees im Bereich der Ausbruchsstelle des Gleeser Bims schließen lässt, der „Wehrer Kessel“ also schon bestand. Er ist also wohl als Folge der Bimseruptionen aus dem Hüttenberg und der damit verbundenen Herdentleerung als Caldera eingebrochen. Es kommt hinzu, dass 1978/79 in 76 und 375 m Teufe ein Phonolithkörper erbohrt wurde, welcher grünliches Gestein enthielt (Bohrung von Dr. Ree, Geol. Landesamt Rheinland-Pfalz). Im Nordostteil muss also ein „Phonolithdom“ (Nosean-Phonolith) existiert haben, was die Aussage von Dr. K.-E. Heyl in seinem Vortrag von 1995 über den “Wehrer Dom“ nur bestätigt.

Vegetation (Pflanzenwelt)

Die Hänge des „Wehrer Kessels“ tragen im Gegensatz zur Laacher-See Umwallung kein geschlossenes, natürliches Waldkleid mehr. Der größte Teil ist gerodet oder in geschlossene Fichtenreinbestände umgewandelt worden. Die letzten Laubwaldreste und die Bodenprofile würden jedoch die Wiederherstellung des ursprünglichen Waldbildes erlauben.

Der östliche Teil des „Wehrer Kessels“ ist mit Ausnahme von kleinen Buchenwaldresten auf dem Dachsbusch und Hüttenberg sowie kleineren Niederwaldstreifen an den Hängen fast vollständig waldfrei. Acker reiht sich hier an Acker. Im Süden, Westen und Norden erhebt sich jedoch eine geschlossene Waldkulisse, die in den prächtigen Buchen-Hallenwäldern des Meirother Kopfs und des Tiefensteins gipfelt. Zwischen den nährstoffreichen Schlacken und im Blockmeer an der steilen Nordseite des Tiefensteins findet sich eine üppige Vegetation mit dem Silberblatt (Lunaria rediviva) und Cystopteris fragilis (Zerbrechlicher Blasenfarn).

   Silberblatt (Lunaria rediviva) (Prof. Dr. Meyer)

Pretscher gibt auch in „Naturschutz im Rheinland", 1993, auch Cephalanthera longifolia und rubra (Schmalblättriges und Rotes Waldvöglein) und Neottia nidus-avis (Vogelnestwurz) und Carex montana (Bergsegge) an. Die Buchenwälder gehen jedoch im Norden in Eichen-Hainbuchenwälder über. Die Andersartigkeit des Waldkleides ergibt sich aus den geologischen und pedologischen Verhältnissen. Bemerkenswert ist, dass hier Vegetations- und Gesteinsgrenzen annähernd zusammenfallen. Auf den vulkanischen Gesteinsböden steht ausschließlich Buchen-Hochwald, auf den sauren, mehr oder weniger podsolierten devonischen Braunerden und Skelettböden Eichen-Hainbuchenwald. Letzterer vorwiegend als Mittel- oder Niederwald.

Bei den Buchenwäldern handelt es sich um Melico-Fageten (Perlgras Buchenwälder) der trockenen und frischen bis feuchten Facies. Beide Gesellschaften sind, wenn genügend Licht in den Bestand dringen kann, kraut- und artenreich ausgebildet.

Der Waldschwingel-Buchenwald des Tiefensteins am Nordhang des Vulkans ist minimal. Die Baumschicht wird ausschließlich von hochstämmigen Buchen gebildet. Die Krautschicht zeichnet sich durch das herdenweise Auftreten von Festuca silvatica (Waldschwingel) aus. Von den zahlreichen anderen Arten sind Viola silvatica (Waldveilchen), Poa nemoralis (Hain-Rispengras) und Lamium galeobdolon (Goldnessel) die stetigsten. Die Begleiter sind weniger zahlreich. Die nahe Verwandtschaft des Waldschwingel-Buchenwaldes mit dem Hainsimsen-Buchenwald beweisen dessen übergreifende Arten wie Luzula nemorosa (Hainsimse) u. a.

Das Fagetum boreoatlanticum des Wehrer Kessels reicht bis ca. 380 m –Isohypse herab und geht dort über eine Mischwaldstufe in den Eichen-Hainbuchenwald über. Sein Areal beschränkt sich aber ausschließlich auf die devonischen Randhöhen bei Galenberg.

Böden

Soweit noch nicht vorstehend geschehen können die Böden wie folgt beschrieben werden:

Wie am Laacher See stocken die Perlgras-Buchenwälder des „Wehrer Kessels“ auf tief verwitterten Braunerden. Zusammen mit den podsoligen Böden der Hainsimsen- und heidelbeerreichen Buchenwälder ergeben sich an der Straße zum Meirother Kopf. auch hier alle Übergänge von der Typischen Braunerde über Lessivè bis zur gleyartigen Braunerde des frischen, hexenkrautreichen Buchenwaldes. 

Das Naturschutzgebiet „Welschwiesen“

Früher:

Die Welschwiesen 1970
   
 

Das Naturschutzgebiet „Welschwiesen“  liegt im Gebiet der früher sprudelnden, eisenhaltigen Sauerquellen am Nordostrand des „Wehrer Kessels“. Der Weg zwischen Wehr und der Autobahn (Kesselweg) führt uns dorthin. Schon von weitem ist das Naturschutzgebiet durch die Baumgruppen zu sehen. Bis in die 70er Jahre waren die „Welschwiesen“ ein wahres Kleinod der Natur: ein typisches  Magnocaricion (Großseggen-Gesellschaft) und  Phragmitetum (Röhricht) mit Groß- und Kleinseggenarten und Röhricht (Phragmites communis). Es beheimatete eine Reihe von seltenen Pflanzen und Vögeln. Wie am Laacher Seeufer überwog die Schnabelsegge (Carex rostrata), der sich noch die Kammsegge (Carex disticha), hohe Bulte bildend, hinzugesellte. Schon von weitem hörte man das Blubbern der Kohlensäure (eigtl. C02). An den feuchtesten Stellen unmittelbar an den Eisenocker abscheidenden Sauerquellen oder den Abzugsgräben gelangten Wollgras (Eriophorum angustifolium), Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis ssp. palustris) und teilweise Breitblättrigers Knabenkraut (Orchis latifolia) zur Vorherrschaft. Ferner Typha latifolia (Breitblättriger Rohrkolben) und Iris pseudacorus (Gelbe Schwertlilie).

Auf den trockeneren Standorten griffen Arten wie die Waldsimse (Scirpus silvaticus), Kratzdistel (cirsium palustre) u. a. über. Da die kohlesäurehaltigen Quellen der „Welschwiesen" nur zum Teil industriell genutzt wurden, war diese kleine Naturlandschaft weitgehend unberührt geblieben und Ziel zahlreicher Studenten mit ihren Professoren aus Bonn aus den Fachgebieten Geologie und Geografie. Für sie war dieses doch der beste Beweis, dass der Vulkanismus der Osteifel noch nicht erloschen ist und es sich lohnte die „Welschwiesen“ unter Schutz zu stellen, zunächst als Naturdenkmal, dann als Naturschutzgebiet. Letzteres geschah auch.

Heute:

 

 


Der Wehrer Kesel
(Foto: Klaus Goßmann, Wehr)

Informationstafel am Wehrer Keselweg
 (Foto: Klaus Goßmann, Wehr)

Heute ist die Landschaft gegenüber 1973 nicht wiederzuerkennen. Fast über die ganze Fläche hat sich Bruchwald (Weiden, Eschen, Erlen, Holunder (Sambucus niger)  ausgebreitet und durch die wirtschaftliche Nutzung des “Wehrer Kessels“ durch das Abpumpen der Kohlensäure durch die Firma Cargo um 1975 ist die seltene Flora in diesem Bereich auf kleine Restflächen zurückgedrängt. (Unter dem „Wehrer Kessel“ befindet sich das größte Kohlensäuregasvorkommen Vorkommen Europas!).


Zunehmende Verbuschung über Eisenockeraustritt heute


Großseggenried
 


Wollgras und Iris pseudacoris im Wehrer Kessel

 

Es ist heute nur noch ein winziger Rest des Magnocaricions (Großseggen-Gesellschaft) und des Phragmitetums (Röhricht) erhalten (ca. 20 qm).Die mofettenartigen Sauerquellen sind verschwunden, zum Teil ausgetrocknet und damit auch die Wollgrasgesellschaft.  Es überwiegen weniger seltene Pflanzen, wie z.B. Scirpus sylvaticus (Wald-Simse), Angelica silvestris (Engelwurz), Heracleum sphondylium (Bärenklau), Lythrum salicaria (Blutweiderich), Eupatorium cannabinum (Wasserdost), Dipsacus silvester (Wilde Karde) und Urtica dioica (Brennessel, viel!).Im Südteil des NSG sieht es etwas besser aus, hier sind kleine Wasserflächen mit viel Eisenhydroxid vorhanden. Die Kohlensäure kommt nicht in Blasen hoch wie früher, sondern ist durch das Abpumpen der Kohlensäure fast zum Erliegen gekommen, so dass das Schilf unten mit Eisen umkrustet ist (frdl. Hinweis von Prof. Dr. Meyer). Auch eine Wiedervernässung der Fläche mittels Rohrleitungen blieb ohne Erfolg. Die Fläche verbuscht bis heute.

Der Wehrer Geysir

Nun ist mit dem Geysir etwas spektakuläreres für die Nachwelt gerettet worden.

Für den Naturschutz bleibt aber noch etwas zu tun.

Insgesamt ist zu sagen, dass Wehr zu einem beliebten Wohn- und Erholungsort geworden ist. Dies verdankt es der Nähe zum Laacher See und nicht zuletzt seinen ausgedehnten Wäldern in vulkanischer Landschaft, die durch den 8,2 km langen Kesselweg rund um Wehr vorbildlich erschlossen ist.

 

von Oberstudienrat i.R. Horst Happe

Der Autor, Oberstudienrat i.R. Horst Happe, stützt sich in seinen vorstehenden Ausführungen auf seine Staatsexamensarbeit des Geographischen Instituts der Universität Bonn 1963, mit dem Titel "Landschaftsökologie und Vegetationskunde im Laacher-See-Gebiet" (unveröffentlicht) und weitere Forschungsergebnisse in den letzten Jahren.

Er hat sich seit den 1970-er Jahren bei den zuständigen Behörden intensiv für den weitestgehenden Erhalt des biologischen Kleinods in den Welschwiesen des Wehrer Kessels eingesetzt. Allerdings mit nur mäßigem Erfolg. Mittlerweile ist durch Verbuschung und die wirtschaftliche Nutzung des Wehrer Kessels die seltene Flora in diesem Bereich auf kleine Restflächen zurückgedrängt.

Eine weitere zusammenfassende Darstellung des Autors finden Sie hier: "Der Wehrer Kessel"