Droben steht die Kapelle ...  
  Einsegnung einer Mutter-Anna-Kapelle auf dem Nohlesberg bei Wehr  29.07.1958  
  Bericht aus der Rhein-Zeitung vom 31.07.1958  
             
 

Während des Krieges war die hier am Dorfeingang stehende St.-Anna-Kapelle abgerissen worden. Angeblich bildete sie wie damals ein Verkehrhindernis. Dorfbewohner hatten jedoch rechtzeitig eine wertvolle Holzplastik, die die hl. Mutter Anna und Maria darstellt, in Sicherheit gebracht. Nun steht diese schöne Statue in einer neuen Mutter-Anna-Kapelle an einem der schönsten Aussichtspunkte unserer Heimat, auf dem Nohlesberg bei unserem Dorf, und grüßt auf Dorf und Gemarkung herab. Mit Recht kann man also sagen: "Droben steht die Kapelle, schauet still ins Tal hinab ..." Man blickt von droben hinüber zu jenen Hügelketten, wo die Ruine und der Turm der Burg Olbrück hervortreten und die Rheinberge im zarten Blau herüberschimmern.
Der Sonntag der Einsegnung nach dem St.-Annen-Tag wurde zum feierlichen Ereignis. Vor einer großen Festgemeinde predigte in der altehrwürdigen Potentinuskirche Pater Karl von Maria-Laach über die heutige Familie, ihre Nöte und Sorgen, wobei man mit Recht angesichts so mancher "modernen Familie" auf jenes Vorbild der hl. Anna hinweisen könne, der Mutter Marias, der man nun in der neúen Flurkapelle einen neuen Ehrenplatz bereitet habe. Zweifellos ein durchaus zeitgemäßes Werk im Sinne einer ernsten Mahnung an die Familie von heute.
Hiernach bewegte sich seine große Prozes-sion zum Nohlesberg. Vor der neuen Kapelle sprach Definitor Jungbluth Dankesworte an alle, die zum Bau der schönen, massiven Kapelle beigetragen haben. Der Bauplatz ist ein Geschenk der Gemeinde, den Plan lieferte ein Mayener Architekt kostenlos, alle Bauern beteiligten sich durch freiwillige Fuhren, Handwerker und Arbeiter halfen beim Bau und ungenannte Geldspen-der förderten das Werk. So wurde die neue St.-Anna-Kapelle mit Gesang und Gebet feierlich eingesegnet. Dankerfüllt und frohen Herzens sang die große Festgemeinde: "Ein Haus voll Glorie schauet weit über alle Land".
Damit war die Kapelle zum Besuch und Gebet freigegeben. Viele fanden inzwischen den Weg dorthin, und mögen es viele so weiter üben, St. Anna und die Gottesmutter um Beistand, Segen, und Trost zu bitten in allen Dingen, die die Familie angehen.

 


In der Bildmitte von links: Pater Karl aus Maria Laach, Pfarrer Josef Jungbluth aus Wehr und Küster Wilhelm Dietzler.                                                                      Foto: Fredy Wyrwas

 
           
   


Foto: Fredy Wyrwas