Richard Genn

 

Der Landgraben.

 

 

Der Landgraben ist eine alte Grenzmarkierung, welche von Namedy bis nach Trier geführt haben soll. Dieser Graben ist bereits auf der ältesten Landkarte von Wehr, welche um 1600 entstanden ist  als „die Landwehr“ und auf der Tranchot - Karte von 1803-1820 als „Landgraben“ verzeichnet.

Dr. Thomas Bultmann verfasste unter dem Titel „Der große Landgraben, Kreisgrenze im Spiegel der Geschichte“ im Heimatjahrbuch 2005 des Kreises Ahrweiler eine ausführliche Dokumentation, welche von Interessierten dort nachgelesen werden kann.

 

Bis zur Umlegung im Jahre 1956 war der Verlauf des Grabens auch in der Gemarkung Wehr auf einer Länge von ca. 2.000 m noch deutlich zu erkennen. Während früher der Graben an den Kopfenden auch die Grundstücksgrenzen bildete, kam dieser bei der Umlegung mitten in die neuen Grundstücke. Durch die Bodenbearbeitung in nunmehr 50 Jahren ist der Graben fast vollständig verschwunden.

 

 

 

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Heute ist der Verlauf des ehemaligen Grabens jedoch auf Luftbildern in der Flur „auf der Schlad“ noch gut zu sehen.

 

Bis vor kurzem war noch   ein Teilstück von etwa 35 m Länge in einem kleinen Wäldchen auf dem höchsten Punkt in der Flur „auf dem Höwer Triesch“ fast unversehrt erhalten.

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Leider wurden jedoch in der Vertiefung in letzter Zeit von Unbekannten immer wieder Bauschutt, Garten - und Holzabfälle abgeladen. Hierdurch ist der Bestand des einzigen unversehrt erhaltenen Reststücks des Landgrabens in der Gemarkung Wehr aufs äußerste gefährdet.

 

Es wäre schade, wenn ein Bodendenkmal, welches die Jahrhunderte im Schutz des genannten Wäldchens  unversehrt überdauert hat, heute durch Unkenntnis oder Unachtsamkeit vernichtet würde. Womöglich fühlt sich der Verursacher, falls er diese Zeilen liest veranlasst, den alten Zustand des Grabens wieder herzustellen.

 

 

Richard Genn, im November 2009

 

vgl. auch Dr. Thomas Bultmann: Der große Landgraben