Zur Geschichte des Steinbergerhofes
(Abschrift des Berichtes aus der Olbrück-Rundschau vom 28.06.2001, Seite 50/51)

 


Der Steinbergerhof ca. 1986
Foto: Bruno Andre, Das Dorf Wehr II

 

In einer Urkunde des Papstes Innozens II. vom 10. Dezember 1136, in welcher er der Prämonstratenserabtei Steinfeld / Eifel die neuen Ordensregeln und auch alle Besitzungen bestätigt, wird auch neben dem Dorf - und Pfarrei Wehr erwähnt, "Viculum Steinberch" cum suis decimis"= die Siedlung Steinberg mit ihrem Zehnten.

Bis zum Jahre 1802 lässt sich die Geschichte des Klosterhofes gut zurückverfolgen: Der 300 Morgen große Hof wurde von der Abtei Steinfeld immer verpachtet. Er durfte nie geteilt werden.

Im 17. Jahrhundert waren es die Pächterfamilien Loth; im 18. Jahrhundert die Familien Klüppel, die auf dem Steinberg lebten. Steinberg bestand immer nur aus einem Hof, dessen Haus bis vor 80 Jahren noch kein Fenster nach außen hatte. Wehrhaft und trutzig mussten die Pächter mit ihren Knechten sich im Notfalle in den langen Jahrhunderten verteidigen können.

1802 erfolgt in der Säkularisation die Aufhebung der Abtei, und der Steinbergerhof wurde Eigentum des französischen Staates. Im Jahre 1809 konnte das letzte Pächterehepaar: Peter Ritzdorf und Christine, geb. Klüppel, den Hof käuflich erwerben. Aber mit dem Einmarsch der französischen Revolutionstruppen waren nicht nur jahrhundertealte Herrschaftsstrukturen zerbrochen - es waren auch neue Ideen in unser Land gekommen. So die "Realteilung", d. h. die exakte Teilung des landwirtschaftlichen Grundbesitzes an alle Erben.

Und so wurde der Steinbergerhof, der nachweislich über 700 Jahre nicht geteilt werden durfte, im Februar 1849 unter die zwölf lebenden Kinder des Besitzerehepaares geteilt! In den Jahren danach entstanden logischerweise weitere bäuerliche Anwesen.

Eingestellt mit freundlicher Genehmigung des Autors vom 19.2.2009