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im Brohltal

Solawi-Projekt trägt erste Früchte



RZ Andernach & Mayen vom Mittwoch vom 12. Juli 2017
von Judith Schumacher



Freuen sich über die Ernteerfolge ihrer solidarischen Landwirtschaft (von links): Josef Decker, Nuria Steinheuer, Simon Keelan, Simone Overath, Lea Ockenfels und die beiden Landwirte Andreas Nuppeney und Niklas Orth.

Ernährung Kleine Bilanz im ersten Jahr der solidarischen Landwirtschaft gezogen

Wehr. Die Solidarische Landwirtschaft (Solawi) Rhein-Ahr trägt im wahrsten Wortsinne die ersten Früchte. Das feierten deren Mitglieder kürzlich mit einem Sommerfest in und rund um die Römerhalle in Wehr und verbanden dies mit Führungen auf die Felder ihres Landwirts Andreas Nuppeney.
Der frischgebackene Agraringenieur hatte nach der Gründungsversammlung des Zusammenschlusses von Konsumenten und Produzenten landwirtschaftlicher Produkte den Auftrag der "Solawistas" erhalten, nach ihrem aufgestellten Pflanzplan Salat, Gemüse und Kräuter nach ökologischen Vorgaben anzubauen, um ihren Bedarf zu decken. Mittlerweile sind schon die ersten Salatköpfe, Radieschen, Mangold und Kräuter geerntet, sodass anderes Gemüse der Saison gepflanzt werden kann. Auf den Feldern von Andreas Nuppeney gedeihen zurzeit verschiedene Kohlsorten, Zucchini und Kürbis, Fenchel, Lauch, Zwiebeln, Erbsen, Buschbohnen, Rote Beete, Möhren und Kartoffeln. In dem großen Folientunnel der Solawi wachsen zudem jede Menge Tomaten, Kräuter und Stangenbohnen.
Es gab auch schon Gemeinschaftsaktionen der Mitglieder, um den jungen Landwirt bei seiner Arbeit zu unterstützen. So halfen einige der Mitglieder etwa beim Kartoffelkäfer-Einsammeln, dem Säubern von Möhren oder auch dem Setzen der Zwiebeln. "Seine Familie hat Andreas Nuppeney unglaublich selbstlos unterstützt - ohne sie hätte er das Arbeitspensum nicht leisten können", betonte Josef Decker. Der Buchbindermeister hatte die Solawi Rhein-Ahr mit großem Elan vor gut einem Jahr aus der Taufe gehoben und Kontakte zu den gut funktionierenden Solawis in Bonn und Stopperich hergestellt. Wie dort auch wird der Landwirt von den Mitgliedern bezahlt und hat so eine Planungssicherheit, ohne sich im Preiskampf aufzureiben, dem Bauern auf dem freien Markt ausgesetzt sind. Die vom Feld frisch geernteten Produkte werden noch am gleichen Tag oder einen Tag später in verschiedene Depots verteilt, wo sie von den Mitgliedern abgeholt werden können.
Die Organisation des Aufbaus der Depots übernahm Nuria Kelter. Die junge Koisdorferin ist gerade parallel dabei, selbst auf den äckern ihrer Eltern Gemüseanbau nach ökologischen Vorgaben zu betreiben. "Es ist nicht alles so gekommen wie erwartet, der Arbeitseinsatz ist schon enorm hoch, trotz der Hilfe des Solawi-Beraters", sagte Nuppeney. Dazu käme, dass es durch die Witterungsverhältnisse mit starken Frösten und langen Trockenperioden kein sehr gutes Gemüsejahr sei. Die Pflanzen seien teilweise schlecht angewachsen. Ursprünglich hatte die Solawi Rhein-Ahr überlegt, ihrem Landwirt einen Gartenbaufachmann als Hilfe zur Seite zu stellen. Dieser hat nun jedoch im Kölner Umfeld einen eigenen Solawi-Betrieb gegründet. "In diesem Jahr passt dieser Posten ohnehin nicht mehr in unser Budget", erklärte Nuppeney.
Zufrieden ist der Bad Bodendorfer Jungbauer Niklas Orth mit der Abnahme seiner Bioeier, die er für die Solawistas von seinen Hühnern produzieren lässt. Im Herbst profitieren die Mitglieder zudem von der Streuobsternte. Der jeweiligen Saison entsprechend werden sie sich vor dem Winter auch mit dem Thema Vorratshaltung beschäftigen müssen.

Weitere Informationen gibt es im Internet unter https://solawi-rhein-ahr.de

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