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Ortsgemeinde Wehr
im Brohltal

Umleitungsverkehr weg, Schäden bleiben

Ärger Wehr leidet unter den Folgen des Durchgangsverkehrs - Warten auf Sanierung


Rheinzeitung Andernach & Mayen vom 01.03.2018
Von Hans-Willi Kempenich


Wehr Ein knappes Jahr lang hat die Wehrer Bevölkerung unter starkem Durchgangsverkehr und seinen hässlichen Begleiterscheinungen gelitten: Raserei, Lärm, Gestank, lange Fahrzeugschlangen - und in der Folge kaputte Straßen. Denn wegen einer Brückensanierung auf der B 412 wurde der gesamte Verkehr, der von der Autobahn 61 in Richtung Nürburgring unterwegs war, durch den Ort geleitet. Seit einigen Tagen ist an der Baustelle eine Ampel in Betrieb, was die Wehrer auch von Beginn an so gefordert hatten. Jetzt fragen sie: Warum nicht gleich so?

Denn besonders der dichte Lkw-Verkehr hat inzwischen unübersehbare Spuren in den Gemeindestraßen hinterlassen. "In der 90-Grad-Kurve an der Ecke Gleeser Straße/Niederzissener Straße ist die Fahrbahn total hinüber", sagt Ortsbürgermeister Berthold Doll. ähnlich sieht es im Einmündungsbereich Bachstraße/Marktstraße aus, wo der Durchgangsverkehr ebenfalls eine scharfe Abbiegung zu meistern hat, was den Bürgersteig und das Fallrohr an einem gegenüberliegenden Haus in Mitleidenschaft gezogen hat. Im Grunde genommen hat der Straßenbelag aber im gesamten Ortsbereich erheblich Schaden genommen.

Teilweise sogar in der Hauptstraße, die eigentlich abseits der vorgesehenen Umleitungsstrecke liegt. Denn ortsfremde Autofahrer wurden von ihren Navis häufig dort entlang mitten durch den Ort geschickt, weil das wahrscheinlich ein paar Meter kürzer ist als der Weg über die Niederzissener Straße und die Bachstraße. Ortskundige Verkehrsteilnehmer wählten hingegen von sich aus immer wieder den Weg durch die Grabenstraße. Auch das ist eine Abkürzung, die jedoch durch eine Tempo-30-Zone führt. "Das höhere Verkehrsaufkommen hat mich nicht gestört, wohl aber das Tempo vieler Autofahrer", klagt Anwohner Gerd Wyrwas. Der mögliche Grund für die Eile mancher Verkehrsteilnehmer in der Grabenstraße: Sie wollten einen oder mehrere Lkw überholen, die gleichzeitig auf der herkömmlichen Umleitungsstrecke unterwegs waren.

Schäden sind aber nicht nur am Straßenbelag aufgetreten, wie Bruno Degen, Anlieger der Marktstraße, berichtet: In seiner Hofeinfahrt hat sich in Straßennähe der Kanal abgesenkt, sodass sein Auto aufsetzt, wenn er nicht sehr vorsichtig fährt. "Für mich ist das ein sicheres Anzeichen, dass sich auch der Kanal in der Straße gesetzt hat", sagt er.

Die Verkehrsbelastung während der Umleitungszeit sei extrem gewesen. Bei starkem Schneefall habe sich kürzlich ein Lkw-Stau bis in den Ort hinein gebildet, weil Fahrzeuge an der Steigung in Richtung Weibern/Rieden hängen blieben. "Bei uns hat ein Lkw mehr als zwei Stunden mit laufendem Motor vor dem Haus gestanden, bis es endlich weiterging", erzählt Wyrwas. Auch in diesem Bereich weit außerhalb der Ortsdurchfahrt gibt es immense Straßenschäden. Für die Autofahrer ist der Slalom um die tiefsten Schlaglöcher eine echte Herausforderung.

Bruno Degen bringt aber noch einen ganz anderen Gesichtspunkt ins Spiel: "Ich finde, eine solche Verkehrssituation und solch desolate Straßenzustände sind auch schlecht fürs Image der Region um den Nürburgring, die von vielen Gästen auch aus dem Ausland besucht wird." Denn gerade Veranstaltungen auf dem Ring brachten den Wehrern besonders hohe Belastungen: "Auf dem Ring ist eigentlich immer was los. Einmal sind es Lkw, dann wieder Motorräder oder andere, oft laute Fahrzeuge, die in langen Schlangen hier entlang gefahren sind", sagt Alfred Durben, ebenfalls ein Anlieger der Marktstraße.

Seit Donnerstag ist es merklich ruhiger auf den Wehrer Straßen. "Warum wurde der Verkehr an der Baustelle nicht von Beginn an mit einer Ampel geregelt?", fragen die Anwohner. Die Brückenbaustelle sei doch heute auch nicht kürzer als vor einem Jahr. Da aber jetzt die Schäden nun einmal da sind, rückt eine andere Frage in den Fokus: Wann wird die Ortsdurchfahrt erneuert? Der Landesbetrieb Mobilität hat die Straßensanierung für 2019 in Aussicht gestellt.







Die Baustelle auf der B 412 ist die Ursache des übels: Knapp ein Jahr lang war die Strecke nur in eine Richtung befahrbar, inzwischen regelt eine Ampel den Verkehr wieder in beide Richtungen. Was bleibt, sind die Schäden, die der Umleitungsverkehr in Wehr angerichtet hat.
Fotos: Jan Lindner/H.-W. Kempenich

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