Das Wehrer Wappen
Ortsgemeinde Wehr
im Brohltal
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Vater-Kind-Zelten an der Wehrer Grillhütte

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Wehrer Narrenvolk liegt Prinzenpaar zu Füßen



Proklamation von Prinz Alex I. und Prinzessin Dani I. erster Höhepunkt im bevorstehenden Jubiläumsjahr der KG Wohlgemut

Rheinzeitung Kreis Ahrweiler vom 05.11.2018
Von Hans-Willi Kempenich


Wehr Mächtig eilig hatten es die Wehrer Fastelovendsjecken mit dem Einstieg in die Fünfte Jahreszeit: Schon eine Woche vor dem offiziellen Karnevalsauftakt am Elften im Elften legten sie mit einem Kölsche Abend in der Römerhalle los. Keine Zeit verlieren, so lautet das Motto, denn schließlich beginnt ein besonderes Jahr: Die 1909 gegründete KG Wohlgemut kann schon bald auf eine 110-jährige Vereinsgeschichte zurückblicken. Erster großer Höhepunkt im Jubiläumsjahr: Prinz Alex I. vom Stämijer Hoff und Prinzessin Dani I. (Ehepaar Schomisch) übernahmen die Regentschaft über den Wehrer Kessel.
Die Fanfarensignale der Brohltalklänge aus Niederzissen verkündeten der froh gelaunten, bunt kostümierten Narrenschar in der rappelvollen Halle: Et jät loss! Dem Musikzug unter der Leitung von Jürgen Fuchs folgte eine schier endlos lange Menschenschlange, an deren Ende endlich der stolze Federschmuck der Prinzenkappe im Türrahmen auftauchte. Begleitet vom Jubel des närrischen Fußvolkes bahnten sich Prinz Alex und Prinzessin Dani den Weg durch die Halle und schließlich auf die Bühne, wo sie mit ihrem vielköpfigen Hofstaat mit den Prinzenkindern Ronja und Fiona von Sitzungspräsident Frank Heckenbach begrüßt und vorgestellt wurden. Ortsbeigeordneter Rolf Stommel rückte bereitwillig den Gemeindeschlüssel raus, dämpfte aber gleich die Hoffnung auf eine reich gefüllte Schatulle.
In wohlgesetzten Versen richtete Prinz Alex erstmals das Wort an seine Untertanen und verriet, dass die Entscheidung für die übernahme des höchsten Narrenamtes in der Familie keinesfalls ein Schnellschuss, sondern von langer Hand geplant war. Inklusive eines ganzen Wochenendes in Auw an der belgischen Grenze und eines Fototermins in Messerich bei Bitburg. Schließlich galt eine hohe Geheimhaltungsstufe. "Herrliche Momente auf dem Weg zur Prinzwerdung", meinte dazu Prinzessin Dani.
Beim Aufenthalt in der Eifel blieb auch Zeit, zusammen mit dem 16-köpfigen Hofstaat ein Lied einzuüben: "Mir sin jedööft met echtem Wehrer Brei", hieß es in Umwandlung des bekannten Klüngelköpp-Textes aus dem Kölner Karneval und in Anlehnung an den sprichwörtlichen Wehrer Breikessel. Die Gefolgschaft in der Römerhalle rief der Prinz auf, sich mit Wagen und Fußgruppen am Rosenmontagszug zu beteiligen.
Doch wenn ein neues Prinzenpaar den Thron besteigt, heißt es gleichzeitig für ein anderes, den Platz in der Loge zu räumen. Prinz Michael und Prinzessin Petra aus dem Land der Hunnen können auf zwei unvergessliche Jahre zurückblicken, was ihnen den Abschied nicht leichter machte. Prinz Michael musste sich sogar ein paar Tränchen aus den Augenwinkeln wischen, obwohl bei ihm die Fallhöhe aus dem höchsten Narrenamt nicht allzu hoch ist. Schließlich hat er ein bemerkenswertes Hobby: In seiner Freizeit nennt er sich, stets aufwendig kostümiert, Fürst einer stolzen Hunnenhorde.
Gerade im Jubiläumsjahr muss aber auch Zeit sein, verdiente Mitstreiter vor großem Publikum zu ehren: Georg Degen ist seit 25 Jahren ein treuer Wohlgemuter, Gerd Wyrwas, Heinrich Günter und Siggi Mauer können sogar auf 50 Vereinsjahre zurückblicken, während Werner Eulenbruch und seine Gattin Christel mit ihrer 60-jährigen Vereinszugehörigkeit mehr als die Hälfte der Wohlgemut-Geschichte erlebt haben und vor 60 Jahren auch Prinzenpaar waren. Auch Hans-Dieter Hanitzsch, Werner Schumacher und Josef Pütz zählen zum Jubilarenkreis. Ihre Ehrungen werden nachgeholt.
Mit flotten Tänzen unterhielten die Wehrer Mini-Funken, die Garde aus Glees sowie die Maxi-Garde und die Prinzengarde aus Wehr das Publikum. In die Besucherreihen hatten sich auch Abordnungen der Zesse Jecke und der Großen Kempenicher Karnevalsgesellschaft mit ihren Prinzenpaaren, der Garde aus Gönnersdorf sowie der Karnevalsgesellschaften aus Bell und Wassenach eingereiht. Alle bewunderten das neue Bühnenbild, das ein Kölner Graffitikünstler geschaffen hatte.


Ein kräftiges "Wehr ojöh" auf Prinz Alex I. und Prinzessin Dani I.
Foto: Hans-Willi Kempenich


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